Redewendung aus früheren Zeiten


09/21 In die Schuhe schieben

In den Herbergen der wandernden Handwerksgesellen ging es recht rustikal zu, und die Gesellenlehre war nicht immer so ausgeprägt, als dass nicht doch schon mal fremdes Eigentum, vor allem Taler und andere Münzen, auf unehrliche Weise den Besitzer gewechselt hätte. So ein Diebstahlverdacht konnte dazu führen, dass es manchmal noch im Schlafsaal zu einer Untersuchung durch die Obrigkeit kam, inklusive Leibesvisitation. Dann musste das "corpus delicti", meist ein Geldstück, schnellstens verschwinden, und da bot sich der Schuh des Bettnachbarn an. Das war sicher nicht die feine Handwerkskunst, was ja dann auch zu dem negativen Unterton dieser Redensart geführt hat.


08/21 Alle Brücken hinter sich abbrechen

Auf einigen Burgen hört man, dass man den Bergfried, den Hauptturm der Burg, nur über eine Brücke habe erreichen können, die man hinter sich abgebrochen habe. In der Tat findet man bei fast allen dieser Wochen Türme den Eingang in unerreichbar scheinender Höhe. Viele dieser Bergfriede hatten tatsächlich die Funktion einer letzten Zufluchtsmöglichkeit im Falle einer Eroberung der Burg. Dann war es nützlich, wenn die Eingangstür zum Turm nicht dem direkten Zugriff des Aggressors ausgesetzt war. Man baute sie deshalb hoch oben ein, und die Burgbesetzung erreichte die Tür nicht über eine Brücke, sondern nur über Leitern, die man anschliessend zu sich herein ziehen konnte. Das Sprichwort von den hinter sich abgebrochenen Brücken stammt nicht aus Burgzeiten, sondern ist viel älter. Schon in römischen Quellen liest man den Satz "Pont a ergo abruptes est - die Brücke ist hinter dem Rücken abgebrochen worden". Offenbar wollte ein Kommandeur seine Soldaten dadurch motivieren, dass es keinen Weg zurück gab, sondern nur den siegreichen Vormarsch - oder den Untergang.


07/21 Es zu bunt treiben

Dem mittelalterlichen Menschen war es untersagt, etwas anderes als graue, braune oder blaue Kleidung zu tragen. Dazu muss man wissen, dass das mittelhochdeutsche Wort "bunt" abgeleitet wird von dem in der Klosterkultur gebräuchlichen Begriff "punctus", womit schwarze Stickerei auf weißem Grund gemeint war. "Buntes" war also ursprünglich nur schwarz-weiß im Gegensatz zu einfarbig. So wurde gestreifter oder gefleckter Pelz "Buntwerk" genannt, also zum Beispiel das nur von Fürsten getragene Futter aus Hermelinfellen. Man sagte "kunterbunt", wenn man mehrere Farben gleichzeitig meinte, und erst im 14. Jahrhundert änderte sich die Bedeutung des Wortes "bunt" zu "vielfarbig".Im Jahr 1337 sprach sich die Kölner Synode gegen gescheckte, übertrieben bunte Kleidung aus.Wenn man es also zu bunt trieb, verhielt man sich nicht standesgemäß.


06/21 Den Hof machen

Den Hof Ludwigs XIV. bestimmte die Sitten der höfischen Gesellschaften überall in Europa.

Hier entstand der Ausdruck "faire la cour"

 

Dabei ist unter Hof die gesamte Umgebung eines Fürsten zu verstehen, nicht nur sein Hofstaat, nicht nur die berüchtigten Hofschranzen mit ihren Puderperücken und Kratzfüssen. Alle in seinem direkten  Umfeld Dienenden machten seinen Hof aus, und es konnte in der Zeit des Absolutismus lebenswichtig sein, in jeder Hinsicht höflich zu sein. Die Redewendung nahm ihre Entwicklung von der devoten Artigkeit der Höflinge gegenüber  ihrem Fürsten hin zur höflichen Werbung des Galans um die Gunst seiner Dame.

Heute ist Sie fast ausschliesslich in diese Sinne gebräuchlich, sofern Höflichkeit in Zeiten des lockeren Umgangs zwischen den Geschlechtern überhaupt noch eine Rolle spielt. Auf der politischen Ebene glaubt man zwar hin und wieder einen Hoofstaat wahrzunehmen, aber die königlichen Zeiten sind wohl vorbei.


05/21 Auf den Hund gekommen

Die Herkunft der Redewendung ist nicht belegt. Eine Deutung besagt, dass es mittelalterliche Sitte war, den Boden von (Schatz-)Truhen mit dem Bild eines Hundes zu versehen, der symbolisch das Geld vor Dieben schützen und gleichzeitig den Schatzmeister zur Sparsamkeit bewegen sollte. Wenn man also den Hund sah, bedeutete dies, dass kein Geld mehr da war – man war buchstäblich auf den Hund gekommen.

 

Eine andere Erklärung gibt an, dass verarmte Bauern Hunde als Zugtiere gebrauchten. Wenn sie sich also keinen Pferdewagen und auch kein Eselskarren mehr leisten konnten, waren sie finanziell ganz am Ende.

 

Früher war in Bergwerken das Wegschaffen von Erd- und Gesteinsmassen die niedrigste Arbeit. Die Bergleute, die den “Hund” fuhren (der Karren zum Transportieren), bekamen als unterste Klasse den geringsten Lohn. Wenn ein höher verdienender Bergmann sich eines Vergehens schuldig machte, musste er den ‘Hund fahren’ – er war auf den Hund gekommen.


04/21 Als Prügelknabe herhalten

Es wäre ein interessantes psychologisches Experiment, wie heute Kinder reagieren würden, wenn anderen an ihrer Stelle Schmerzen zugefügt würde.

Abwegiger Gedanke? Keineswegs...

 

Als König Konrad IV. von Hohenstaufen (1228-1254) noch ein Junge war, soll einer seiner Kameraden für die Verfehlungen Konrads bestraft worden sein. In Frankreich bekam ein junger Husar für Delikte des jungen Ludwig XV. die Hiebe. Auch in England des 17. Jahrhunderts durfte an Adeligen die Prügelstrafe nicht vollzogen werden. Stattdessen musste ein Gleich-altriger vor den Augen des Missetäters die Schläge über sich ergehen lassen. Man nannte ihn "whipping-boy" - Peitschenjunge. 1643 wurde ein gewisser William Murray, Prügelknabe für König Charles I., von diesem sogar zum Earl erhoben, wohl als Wiedergutmachung.

Über Konrad den Hohenstaufen wird übrigens gesagt, dass er sich fürderhin grosse Mühe gegeben habe, nicht straffällig zu werden, weil er es nicht Habe ertragen können, dass ein Unschuldiger an seiner Statt geschlagen wurde.

Wie heute Halbwüchsige wohl reagieren würden?


03/21 Lunte riechen

Diese Redensart kann erst entstanden sein, als Feuerwaffen im Einsatz waren. Vorderladerkanonen wurden gezündet indem man eine glimmende Lunte von aussen an das mit Schwarzpulver gefüllte Zündloch heranführte.Diese Lunte bestand aus Hanfschnüren, die mit Salpeter und Bleizucker getränkt waren. Man kann sich vorstellen, dass das Glimmen solcher <lunten nicht ohne beissende Qualmentwicklung vor sich ging. Die Redewendung nimmt darauf Bezug, denn der Gestank verriet den Feinden einen bevorstehenden Beschuss oder den Standort eines verborgenen Geschützes, dessen Mannschaft die Lunte glimmen liess. Bei der Luntenzündung verzichte manchmal nur das Schwarzpulver im Zündloch, während der eigentliche Schuss nicht losging und die Kugel im Lauf blieb. Man hatte es also "abblitzen" lassen!

Im Krieg ein Missgeschick, das das Leben kosten konnte, heute als Begriff bei gescheiterten Annäherungsversuchen in Verwendung.


02/21 Hinter die Ohren schreiben

Hinter die Ohren schreiben ist eine Redewendung.

Schreib dir das hinter die Ohren bedeutet, derjenige solle sich etwas gut merken. Man kann es auch mit „Auf die Brust schreiben“ erklären.

Die Redewendung geht auf einen alten Rechtsbrauch zurück: Im Mittelalter hatte man bei wichtigen Regelungen wie beispielsweise der Festlegung von Grenzen die Kinder der Verhandlungspartner dazu geholt, damit sie notfalls noch in der nächsten Generation als lebende Zeugen aussagen konnten. Damit sie die Lage der Grenzpunkte auch nicht vergaßen, gab man ihnen an jedem Punkt ein paar Ohrfeigen. Man „schrieb“ ihnen also die Position der Grenzpunkte hinter die Ohren.

Dieser Brauch ist bereits bei den ripuarischen Franken belegt[1] und soll noch im Bayern des 18. Jahrhunderts ausgeübt worden sein. Noch im 19. Jahrhundert nahm man in Schwaben bei der jährlichen Feldbegehung Knaben mit, denen man an wichtigen Grenzpunkten Ohrfeigen verabreichte, damit sie sich möglichst lange an die Grenzen des Dorfes erinnern können.

Das Verabreichen von mnemotechnischen Ohrfeigen war im Mittelalter durchaus verbreitet. So wurden auch die angehenden Ritter im Rahmen der Zeremonie des Ritterschlags geohrfeigt, damit sie sich an die Zeremonie und ihre dort abgelegten Gelübde gut erinnern können.

Die Aufforderung, man solle sich etwas hinter die Ohren schreiben, wird heute meistens im Zusammenhang mit einer Rüge oder Standpauke verwendet.


01/21 Die Flinte ins Korn werfen

Wie so viele andere Redewendungen war auch die Flinte ins Korn werfen dereinst wörtlich zu verstehen. 

In den an Kriegen reichen Jahrhunderten siebzehn und achtzehn bestanden die Heere weitgehend aus Söldnern. Viele ließen sich von geschickten Werbern blenden, von der Aussicht auf fette Beute. Andere waren zum Kriegsdienst gezwungen worden, ob nun von der Not oder von denjenigen, die Soldaten brauchten.

Die Kampfmoral solcher Truppen war bisweilen fragwürdig. Solche Kämpfer wollten Sold kassieren, Beute machen, vielleicht auch das ungebundene, ausschweifende Soldatenleben genießen. Ihr Leben verlieren wollten sie nicht, sehr wahrscheinlich noch weniger als jemand, der Haus und Hof verteidigte oder für eine als gerecht empfundene Sache kämpfte.

Verlief eine Schlacht ungünstig und eine Niederlage zeichnete sich ab, ergfiffen die Söldner lieber die Flucht, statt verbissen bis zum bitteren Ende zu kämpfen. Dabei warfen sie ihre Flinten, die bei einer Flucht nur hinderlich waren, tatsächlich in die allgegenwärtigen Kornfelder.

Aufschluss über die Entstehungszeit der Redewendung gibt u.a. der Begriff Flinte. Flinte kommt von Flintstein (Feuerstein) und meint einen besonderen Auslösemechanismus für Gewehre, der sich erst im 17. Jahrhundert durchsetzte. Der Flintstein schlug auf ein Metallstück auf. Die dabei entstehenden Funken entzündeten das Pulver. Das Auslösen durch Funkenflug war wirksamer und einfacher im Gebrauch als die bis dato üblichen Lunten


12/20 Im Stich lassen

In einer Schlacht war der Ritter nicht allein. Er wurde begleitet von Kriegsknechten und vor allem von seinem Knappen, der ihn zu unterstützen und in jeder Beziehung für ihn zu sorgen hatte. Er hielt sich im Gefecht hinter seinem Herrn, um ihm Hilfe zu leisten, wenn dieser verwundet wurde, und hielt ein Ersatzpferd und eine zweite Lanze in Bereitschaft, wenn seinem Herrn die Erstausstattung abhanden kam. Wenn dieser Helfer, auf den sich die Ritter unbedingt verlassen können musste, unfähig war oder gar feige seinen Herrn im Kampf verlies, überliess er diesen dem mit der Lanze zustechenden Gegner,

er liess ihn im Stich.

Kein Wunder, dass diese "Stich"-Wort auch in vielen weiteren Redewendungen eine Rolle spielt. Wenn Argumente stichhaltig sind, halten sie der Diskussion stand, ähnlich wie ein Harnisch dem Stich einer Waffe. Das Verb jemanden ausstechen hat seinen Ursprung ebenfalls im Zweikampf, in dem einer den anderen aus dem Sattel stach, also besiegte. Und bei gleichwertigen Gegnern muss die letzte Entscheidung auch heute noch in einem Stechen gefunden werden.


11/20 etwas im Schilde führen

Wappen waren so was, wie Nummernschilder des Mittelalters. Genau wie heute die Insassen in den Blechrössern, konnte man früher die Ritter nicht erkennen in Ihren Rüstungen. Die Kampfspiele im 12. Jahrhundert waren deshalb für die Zuschauer unübersichtlich, denn sie konnten die Ritter nicht erkennen.Also markierte man die Käufer durch farbige Symbole auf den Schutzschildern und Helmen. Wenn ein gewappneter Ritter auf eine Burg Zutritt, führte er meist nichts Gutes im Schilde, sonst wäre er mit offenem Visier gekommen. Deshalb hat diese Redensart einen negativen Sinn, sprich heisst sinnbildlich, "schlechte Absichten haben".

Eine andere Deutung weist auch auf eine Waffe hin, die jemand leicht hinter dem Schild verbergen konnte – also etwas im Schilde führte.


10/20 Etwas aus dem Hut ziehen...

Die Vermutung liegt nahe, dass die Redewendung aus der Welt des Varietés oder dem Zirkus herführt. Weisse Kaninchen wurde ja nur dafür geboren, von einem Zauberer aus dem Hut gezogen zu werden.

Aber die Wurzel dieser Redensart könnte sehr viel tiefer in die Geschichte reichen. Sie soll nämlich zurückgehen auf die Gewohnheit von Bogenschützen, unter ihrem Helm (eiserner Hut) oder Kappe, Ersatzsehnen mitgeführt zu haben. Diese konnten im Falle, dass die Sehne ihres Bogens riss, aus dem Hut gezogen und gespannt werden. So konnte der Kampf ohne grosse Verzögerung weitergehen.

Weil das Ersatzteillager nicht sichtbar gewesen war, kam die Reparatur für den Feind überraschend, weshalb die Redewendung bis heute diesen Charakter hat.


09/20 Das "Victory" - Zeichen

Diese International weit verbreitete Handbewegung geht nur scheinbar auf den Anfangsbuchstaben des Wortes Victory zurück. In Wirklichkeit hatsie eine viel brutalere Geschichte.

Der Langbogen war eine gefährliche Waffe des Mittel-alters. Neben der Durchschlagskraft der Pfeile war die Schussfrequenz von sechs Pfeilen pro Minute entscheidend. Die Armbrust war in Treffgenauigkeit, Reichweite und Durchschlagskraft überlegen, jedes Spannen und Laden dauerte aber eine Minute. Daher war sie zwar für Belagerungen gut geeignet für Schlachten blieb aber der Bogen die wirkungsvollere Waffe.

Die Schlacht von Anzincourt 1415 wurde durch - zahlenmässig weit unterlegene - englische "Bowmen" gegen französische Armbrustschützen gewonnen, und in der Siegesparade sollen die Bogenschützen als Hinweis auf den Grund Ihres Sieges die gespreizten "Schützenfingenr", nämlich Zeige und Mittelfinger, dem jubelnden Volk gezeigt haben. Die grausame Pointe ist, dass Bogenschützen, die in Gefangenschaft gerieten, diese beiden Finger abgeschnitten wurden, damit sie nie wieder schiessen konnten.


08/20 "Hand und Fuss haben"

Diese Redensart geht auf eine altdeutsche Rechtsformel zurück, in der allerdings nur die rechte Hand und der linke Fuss gemeint waren. Warum?

Ein Ritter, also ein wehrhafter Mann, war nach damaligem Verständnis nur kriegstüchtig, wenn er noch die rechte Hand und den linken Fuss besass. Mit der rechten Hand führte er das Schwert und der Fuss, mit dem er in den Steigbügel trat, um sein Pferd zu besteigen, war der linke.

 

Es war eine äusserst schwere, aber oft verhängte Strafe, wenn ein Missetäter dazu verurteilt wurde, eines der beiden oder gar beides abgeschlagen zu bekommen, denn es wurden ihm auf diese Weise nicht nur Hand und Fuss, sondern auch seine Mannhaftigkeit genommen.

Linkshänder taten übrigens gut daran, diese "Andersartigkeit" zu verschweigen, denn Minderheiten waren gerade im Mittelalter suspekt und konnten l3eicht auf dem Scheiterhaufen laden.


07/20 "In die Bresche springen"

Wie erobert man eine Burg?

Man macht ein Loch in die Mauer. Einfacher gesagt als getan, aber das Ergebnis einer solchen Gewaltanwendung nennt man "Bresche", wie so viele Wörter der Militärsprache aus dem Französischen (brèche = Öffnung, Spalt)

Aus der Sicht der Verteidiger ist nun höchste Gefahr angesagt, denn die unliebsamen Besucher neigen dazu, hereinzudrängen und in der Burg Feuer zu legen, und zwar überall. Die Burgbesatzung die ein Versicherungsfall ohne Versicherung vermeiden will, muss sofort handeln. Bevor man daran geht, die Öffnung wieder mit Baumaterial zu schliessen, muss jemand die unerwünschten Gäste aufhalten, bevor sie die Burg betreten und Schäden anrichten. Wenn die Öffnung zu Beginn noch relativ schmal war, ist das Mittel der Erstzen Wahl, dass ein Ritter in die Bresche springt, der den Engpass wie ein wehrhafter eisernen Korken, unpassierbar bar macht.


06/20 "Holzauge sei wachsam"

Für die Herkunft dieses Ausdrucks gibt es mehrer Theorien. Die plausibelste jedoch ist wohl die Herleitung aus dem holzverarbeitendem Handwerk. Beim Hobeln muss man aufpassen; Ansätze von Ästen, auch äugen genannt, sind härter als das umgebende Holz, die Klinge des Hobels könnte an ihnen Schaden nehmen. Aus dem Warnruf "Ein Holzauge! Sei wachsam!" kann sich mit der Zeit die heutige Redewendung entwickelt haben.


05/20 "Steinreich sein"

Nicht nur im Mittelalter, sondern weit bis ins 19. Jahrhundert war es ganz normal, dass die Häuser der einfachen Leute aus Holz gebaut waren. Fachwerkhäuser eben, wobei "Fach" ein alter Ausdruck für Wand ist, enthalten auch in "Unter Dach und Fach". Nur Reiche konnten sich Steine aus Steinbrüchen leisten, die behauen werden mussten und deshalb auch teuer waren. Reich war im Mittelalter der Adel, dem das Land gehörte. Er bevorzugte es, in Steinhäusern zu residieren, denn nur Häuser mit steinernen Wänden waren so stabil, dass Sie auch einem Überfall von Feinden, zornigen Leibeigenen oder missgünstigen Nachbarn oder Verwandten standhalten konnten. Aus diesen festen Häusern, oft auch in Turmform erbaut, entwickelten sich die Burgen. Als auch die Bürger in späten Mittelalter zu Wohlstand kamen, konnten sie sich ebenfalls prächtige Steinhäuser leisten. Sie waren STEINREICH. Burgen und Schlösser als Statussymbol blieben jedoch dem Adel vorbehalten.


04/20 "Die Tafel aufheben"

Die Räumlichkeiten in einer mittelalterlichen Burg waren eher spartanisch eingerichtet - auch der "Rittersaal". Bei Mahlzeiten nahmen der Hausherr und seine Gäste auf einfachen Bänken Platz, die Speisen standen auf großen Holzbrettern, die auf Holzböcken lagen. Diese Tafeln wurden nach dem Mahl mit allem, was darauf stand, aufgehoben und aus dem Saal getragen. So schuf man schnell wieder Platz für andere Aktivitäten im Saal.

 

Heute werden keine Tischplatten mehr rausgetragen, doch die Redewendung hat sich bis heute gehalten und signalisiert das Ende einer gemeinsamen Mahlzeit.